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THE

GAME

Eigentlich wollten wir nur unseren ersten Hilfstransport filmisch begleiten, um den Menschen, die Kleidung gespendet haben, zu zeigen, wo die Sachen ankommen. Unser Ziel war es damals, auch Menschen ins Kino zu locken, die sich sonst vielleicht keinen Flüchtlingsfilm angesehen hätten. Menschen, die einfach nur ihre Kleidung abgegeben hatten und sehen möchten, wo ihre alte Jeans hingekommen ist. Erst vor Ort haben wir die Dimension des Problems erkannt und gesehen, dass wir keinen Film machen möchten, sondern dass wir jetzt einen Film machen müssen.

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Wir haben bisher fast drei Wochen gedreht und unzählige Spots besucht, an denen Flüchtlinge leben. Wir sind dutzende Male durch das abgebrannte Camp Lipa gelaufen, haben mit den Menschen dort geredet, gekocht, gesungen, gelacht und gegessen. Wir haben Familien in Ruinen besucht und sie auf ihrem Weg zum Game – dem illegalen Weg nach Kroatien – begleitet. Wir haben Interviews mit Zlatan von der bosnischen Hilfsorganisation SOS Bihac und mit Zehida, einer bosnischen Helfer geführt. Wir haben SOS Bihac bei ihren Einsätzen begleitet und gesehen, wie die Menschen nach einem so genannten Push Back zurückkommen. Ebenso haben wir Demonstrationen gegen Flüchtlinge besucht, mit Bosniern und zwei Menschenschmugglern gesprochen.

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Jetzt wird es ein Film über die Situation der Menschen im Kanton Una-Sana. Über die Situation der Flüchtlinge. Der Einheimischen. Der Hilfsorganisationen. Und der Gegendemonstranten.

Wir arbeiten alle ehrenamtlich an dem Filmprojekt: die Kameramänner Oliver Indra, Jens Börner, Mohammad Pehlic und Michael Sandorov, die Tonassistentin Jeannine Felzmann, der Journalist Alexander Lechner, der Grafiker Gerhard Buchegger, die Cutter Michael Adlassnig, Ivan Radovanovic und Simon Tasek, der Colorist Markus Wastl und der Filmmusik-Komponist Kim Planert, die Produktionsfirma Doppelkopf-Studio und ich, als Regisseurin Manuela Federl.

Der Film wird im Frühjahr/Sommer 2021 in deutschen und österreichischen Kinos zu sehen sein.